Der Alfarrobeira (Johannesbrotbaum)

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Unser Hausbaum, der Alfarrobeira, bietet nicht nur einen wunderschönen Schattenplatz, sondern liefert jedes Jahr eine reichhaltige Ernte. Laut Wikipedia kann dieser immergrüne Baum bis zu 20 m hoch werden. Er ist äußerst anspruchslos, wächst auf fast jedem Boden und verträgt Hitze und Trockenheit. Wir gießen ihn nie. Die Schoten, die Alfarroba, finden vielfältigen Einsatz bei der Lebensmittelherstellung wie in der Pharmaindustrie.

Das Fruchtfleich, genannt Carob, arabisch „CharrÅ«b“, erinnert mit seinem süßlichen Karamell Geschmack an Kakao und wird auch tatsächlich für Kuchen verwendet.

Zu ballastreichem, fettarmem Pulver verarbeitet findet es Einsatz in der Diätküche. Die Kerne, ebenfalls zu Pulver (Carubin) vermahlen, sind in vielen Süßwaren enthalten. Johannisbrotkernmehl wird bei verschiedenen Ernährungs- und Verdauungsstörungen angewandt.

Eine interessante Geschichte zu den Kernen ist, dass sie seit der Antike als Maßeinheit für Diamanten und Gold benutzt werden. Sie sind weltweit ziemlich genau 0,2 g schwer. Die Früchte haben meistens eine Hörnchenform, die im griechischen „keraton“ heißt. Die heutige Gewichtseinheit „Karat“ leitet sich davon ab.

Das Märchen der Mandelblüte vom Algarve     

(Hier eine Version von vielen:)mandelbaum

Der Legende nach regierte vor vielen Jahrhunderten in Chelb, der späteren Stadt Silves, der maurische Prinz Ibn-Almundim. Eines Tages begegnete er Gilda, einer nordafrikanischen Prinzessin, eine Schönheit mit langem blondem Haar. Sie verliebten sich ineinander. So nahm er sie mit auf sein Schloss, wo sie eine Weile glücklich lebten. Doch im ersten Winter überkam Gilda eine große Traurigkeit. Kein Geschenk konnte sie erfreuen, sie weinte jeden Tag.

Schließlich stellte ein Arzt die Diagnose: sie vermisst die verschneiten Berge des Hohen-Atlas, ihrer Heimat. Der Prinz, unglücklich über den Zustand seiner Frau, suchte eine Lösung und fand sie: er ordnete an, im gesamten Algarve Mandelbäume zu pflanzen. Und als das nächste Frühjahr kam, nahm er sie mit auf den Turm ihres Schlosses, von dem aus sie einen Blick auf ein Meer von weißen Mandelblüten hatten, die sie an den Schnee aus ihrer Heimat erinnerte.

Gilda war sehr glücklich, und von diesem Tag an lebten sie zufrieden und in tiefer Liebe, immer in der Hoffnung, dass das nächste Frühjahr wieder diese Blütenpracht liefere.